Es war eben Franz Henke, der es wahrscheinlich  im Jahr 1913 in ein Café in die heutige Form umbauen ließ. Architekt war Emil Rösler aus Vlčí Hora (Wolfsberg), der zu dieser Zeit an seinem größten Bau, dem Kaufhaus Tietze in Plauen (1912-1914) arbeitete. Die Bauvollendung unseres Objektes ist erst in den Jahren   1924 bis 1926 erwähnt. Die lange Bauzeit wird durch den Einfluss des I. Weltkrieges erklärt. Der Anfang des Baues im Jahre 1913 wurde von Elementen des vorigen Baustils – des Kubismus gekennzeichnet.

Henke Artikel über Kaffee und dessen Architekten (Rumburger Zeitung …) >HIER<

   

  

Die provokative Behauptung, dass das kubistische Prager Grand Café Orient, das weltweit einzige im Kubismus Stil erbaute Cafe ist und der Bauanfang unseres Objektes brachte den Wunsch den Art Deco Stil zum Kubismus umzuändern. Die Frage ist es Art Déco oder Kubismus ? Bücher und Artikel haben mich nur über die Uneinheit bekräftigt. Zusätzlich schlich sich noch ein weiterer Termin hinzu, von der fachkundigen Öffentlichkeit widerspruchsvoll angenommen – der Rondokubismus. Ich habe mich aber mit der Idee einer Variante abgefunden, dass der böhmische Art Deco Stil zum Kubismus stark inkliniert. Für den Art Deco Stil weisen auch weitere E. Röslers Bauwerke hin.

In der Zeit als das Gebäude verfiel, hörte man bedauernde Klagen, wie: “Es gibt nur zwei dieser Bauwerke auf der Welt.” Diese Behauptung unterstüzte vieleicht auch die Festlegung des Stils, vielmehr als wir sie nach Übernahme des Objektes von allen Seiten zu hören bekamen. Großvater pflegte zu sagen:“Es gibt keinen Rauch ohne Feuer“ aber trotz der Faszination durch das Gebäude und den Umständen rundherum, fanden wir nichts, also bis jetzt nichts. Ebenso hat sich bis jetzt die Spur nicht bestätigt, dass als Vorbild sogar ein Gebäude in Paris dienen sollte.  Bei gelegentlichen Weltreisen sollte man aufmerksam um sich schauen.

Modernisierung und ständiger Anbau waren durch das benachbarte Clignon Cafe, der sog. Italienische Weinstube motiviert.  Dieses Gebäude aus dem Ende des 18. Jahrhundert stammend, wurde von Clignon 1910 gekauft. Noch in den 50. Jahren des 20. Jahrhundert war es möglich zu Mittag essen. Später aber entstand aus der Vorderseite das Geschäft und aus dem hinteren Teil – im Saal – das Lager. Fotos Clignons Weinstube aus der Ersten Republik: